Heros severus – "Diskus der Armen" aus dem Amazonas

Dr. Vladko Bydžovský
České Budějovice
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Sie haben das majestätische Aussehen von Diskusfischen, sind aber wesentlich weniger anspruchsvoll: Die Rotaugenbuntbarsche, von Aquarianern auch als „Heros severus“ oder „Diskus des kleinen Mannes“ bezeichnet, gehören zu den seit Langem bekannten Juwelen der südamerikanischen Aquaristik. Was alles mit der Haltung und Zucht dieser faszinierenden, neugierigen Riesen verbunden ist, wie man ein Becken ohne das Risiko zerstörter Pflanzen einrichtet und welche unkonventionellen Farbvarianten heute die Welt der Aquarien beherrschen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Diskusfische sind die majestätischen Könige des Amazonas. Doch sie leben dort nicht allein. Neben ihnen gibt es viele andere Fischarten, einschließlich weiterer Buntbarsche, deren genaue Gesamtzahl niemand kennt – sie wird nur geschätzt. Ein Fisch, der ebenso majestätisch ist und vielen Züchtern Freude bereitet, ist der Rotaugenbuntbarsch. 

Heimat

Dieser Fisch, der eine Größe von 20 cm oder mehr erreicht, lebt im nördlichen Teil Südamerikas – hauptsächlich im Einzugsgebiet des oberen Rio Negro und Orinoco, aber auch in den sehr pflanzenreichen venezolanischen Seen. In Venezuela gibt es zudem weitere Vorkommen, wie den Rio Cunaviche und den Rio Vichada, wo die Art „Mojarra“ oder „Falscher Diskus“ genannt wird. Weitere Exemplare wurden im Rio Casiquiare oder Rio Caura gefangen. Hier leben sie im Weißwasser. Äste und Wurzeln im Wasser bieten den Fischen hervorragende Versteckmöglichkeiten. Die Temperatur des meist recht weichen und sauren Wassers ist hier mit etwa 30 °C beachtlich hoch.

Systematik

Der Rotaugenbuntbarsch gehört zu den am längsten bekannten Cichliden in der Aquaristik. Er wurde bereits 1840 beschrieben und lange Zeit in die Sammelgattung Cichlasoma eingeordnet. Erst 1983 stellte Sven Kullander ihn wieder in die Gattung Heros zurück. Lange Zeit handelte es sich um eine monotypische Gattung. Heute sind mehr Arten bekannt, wobei bei einigen noch Uneinigkeit über ihre wissenschaftliche Einordnung herrscht. Nach Europa (nach Deutschland zu C. Siggelkow in Hamburg) gelangte der Fisch erstmals im Jahr 1909.

Haltung im Aquarium

Die Fische eignen sich für große Becken, am besten für „Schauaquarien“. Während man bei gewöhnlichen kleinen Fischen wie Lebendgebärenden, Salmlern oder Welsen mit einem Liter Wasser pro Zentimeter Fischlänge kalkuliert, sollte man bei diesen Buntbarschen etwa 300 Liter Wasser pro Paar einplanen. Dessen muss man sich bereits im Klaren sein, bevor man diese Fische nach Hause holt.

Das Aquarium sollte mit mehreren großen Steinen oder Wurzeln, grobem Sand und ausschließlich robusten Pflanzen ausgestattet werden – am besten mit größeren Arten der Gattung Anubias. Wie bei anderen größeren Buntbarschen muss man sich auch hier endgültig von der Vorstellung eines „holländischen Pflanzenaquariums“ verabschieden.

Junge Fische füttert man zunächst mit Lebendfutter (Daphnien, Wasserflöhe, Mückenlarven, Artemia, rote Mückenlarven), aber auch mit Kunstfutter (Flocken, Granulat). Später, mit zunehmender Größe der Fische, passt man auch die Futtergröße an und füttert Mysis, Krill oder Garnelen.

Bei der Haltung großer Buntbarsche ist eine leistungsstarke Filterung das A und O. Damit einher geht die Notwendigkeit regelmäßiger Wasserwechsel: Je mehr die Fische fressen, desto mehr Ausscheidungen produzieren sie.

Mitbewohner

In Aquarien mit großen Buntbarschen ist die Auswahl passender Beifische oft eine Herausforderung. Für den Bodenbereich eignen sich größere Arten von Panzerwelsen oder auch gewöhnliche Antennenwelse (Ancistrus), die hier gute Arbeit leisten..Geeignet sind auch ruhigere Arten wie Mesonauta festiva, Satanoperca leucosticta, Acarichthys heckelii, aber auch Skalare.

Mittelamerikanische Buntbarsche sind aggressiver, die sollten wir lieber meiden. Deutlich kleinere Arten der Gattungen Thorichthys, Archocentrus und andere können deutlich größere "Severus" buchstäblich tyrannisieren. 

Zucht und Aufzucht

Erwachsene Fische unterscheiden sich äußerlich nur sehr wenig; am besten erkennt ein erfahrener Aquarianer die Geschlechter beim Laichen. Männchen zeigen, besonders im Kopfbereich, mehr Rotanteile. Zudem haben sie eine längliche, schlanke und spitz zulaufende Genitalpapille, während die der Weibchen kürzer, kräftiger und stumpf geformt ist. Erwachsene Männchen sind in der Regel etwas größer und robuster – das ist jedoch keine feste Regel. Am besten wartet man, bis sich aus einer Gruppe Jungfische harmonierende Paare selbstständig zusammenfinden. Die Fische laichen normalerweise auf größeren Steinen, die sie vorher mit dem Maul säubern.

Ein Gelege kann bis zu 1000 Eier umfassen. Beide Elternteile kümmern sich gleichermaßen um das Gelege und die geschlüpften Jungfische. Die Eltern nehmen die geschlüpften Larven zeitweise in ihr Maul auf (larvophile Maulbrüter).

Die wunderschöne Färbung der Fische – insbesondere während der Laichzeit, wenn die Grünfärbung dominiert – verleitete die Amerikaner dazu, den Fisch scherzhaft „Diskus des kleinen Mannes“ (Poor Man's Discus) zu nennen. Wichtig ist es, den Jungen ausreichend qualitativ hochwertiges Futter zu bieten, damit man diese großen Mengen an hungrigen Jungfischen erfolgreich großziehen kann. Als Erstfutter eignen sich Artemia-Nauplien oder kleinste Wasserflöhe. Im weiteren Verlauf ist die Aufzucht unproblematisch. Für ein schnelleres Wachstum der Jungfische empfiehlt sich der Einsatz von Durchlaufanlagen.

Bilder:

  1. Es ist interessant, dass wir heutzutage eher verschiedene Farbvarianten von Severus finden, am häufigsten sind diese gelben.
  2. Im Aquarium muss es ruhig sein, daher setzen wir nur ruhige und größenmäßig passende Fische ein. 
  3. Severus sind große Buntbarsche, die die Fähigkeit haben, auch tagsüber außerhalb des Aquariums zu beobachten. Das wissen Züchter von Diskussen, Ocellaris und anderen größeren Buntbarschen.
  4. Ein junger Fisch der Grundfarbe. 
  5. Manchmal beobachten wir auch bei jungen Severus Anzeichen von innerartlicher Aggressivität, die dann bei Erwachsenen ausgeprägter ist.  
  6. Rot ist eine verkaufsfähige Farbe, bereits 2005 stellte ich Heros severus "Super Rot" vor. Die Zeiten ändern sich, diese Farbvariante sieht ziemlich ähnlich aus, jetzt nennen sie sie in Singapur Heros severus "Red Face". Sie ist auch etwas teurer.
  7. Eine der letzten Farbvarianten, ebenfalls in Singapur geschaffen, ist Heros severus "Rich Pineapple", also zum Beispiel "wunderschöne Ananas".  


 

Veröffentlicht: 23. Juni 2026
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David Dytrych
Moc zajímavé počtení a parádní fotky kančíků 😍  
vor 18 Tagen