🐟 Das Beste aus der Aquaristik-Presse (Q1/2026)

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Wir prĂ€sentieren Ihnen eine Auswahl aus fĂŒhrenden deutschen Aquaristik-Magazinen. Was hat zu Beginn des Jahres die Welt der Aquaristik bewegt? Wir möchten zumindest einen kurzen Überblick auch denjenigen bieten, die nicht die Möglichkeit haben, auslĂ€ndische Presse in einer Fremdsprache zu verfolgen. Und wenn Sie an einem der Themen interessiert sind, können Sie die entsprechende Ausgabe selbst suchen und kaufen.

Japanische Medakas im Magazin Amazonas

🌏 Thema der Ausgabe: Japanische Medakas (Oryzias)

Die Frühlingsausgabe des Magazins Amazonas widmet sich Medakas, also japanischen Reisfischen. Das Hauptthema ist bereits auf dem Cover zu erkennen, und im Inneren erwartet die Leser etwa 25 Seiten beeindruckender Fotografien und interessanter Informationen.

In Japan sind Medakas ein fester Bestandteil der Kultur, und es ist daher gut, dass sich Friedrich Bitter (1) zu Beginn seines Textes zumindest kurz mit ihrer Geschichte und grundlegenden Einteilung beschäftigt. Medakas sind schon lange nicht mehr nur Fische für kleine Teiche oder Behälter, wo sie helfen sollten, schlüpfendes Ungeziefer zu beseitigen. Die Welt der Farbformen und Züchtungen entwickelt sich unglaublich schnell, und das, was in Europa gerade im Trend liegt, ist in Japan oft schon längst überholt.

Exklusive Farbvarianten von Medakas erscheinen auf Auktionen, wo sie außergewöhnlich hohe Preise erzielen. In Japan gibt es daher spezialisierte Zuchtbetriebe, Farmen und Geschäfte, die sich ausschließlich mit Medakas beschäftigen. Der Artikel widmet sich auch ihrer Zucht. Hinsichtlich der Aufzucht wird darauf hingewiesen, dass es kein universelles Rezept gibt. Jeder Züchter muss seinen eigenen bewährten Weg finden.

Auf den umfangreichen Text von Friedrich Bitter folgt auf der nächsten Seite ein Artikel, der erfahrene Leser möglicherweise nicht so sehr überrascht, der jedoch dennoch Beachtung verdient. Hans-Georg Evers (2) fügt sich mit seinem Artikel über die Arten der "Reisfische" hinzu. Eine davon trägt seinen Namen (sog. Epiteton honorificum) Oryzias eversi , während eine andere Art Oryzias celebensis auf die Insel verweist, von der sie stammt. Bemerkenswert ist, dass in den letzten vier Jahren gleich fünf Arten der Gattung Oryzias beschrieben wurden. Eine davon ist ein Endemit aus dem zentralen Teil der Insel Sulawesi, Oryzias hadiatyae, benannt zu Ehren der bereits verstorbenen anerkannten indonesischen Ichthyologin Renny Kurnii Hadiaty. 

Als die bemerkenswerteste Art der "Reisfische", mit der Hans-Georg Evers bisher in Kontakt kam, bezeichnet der Autor Oryzias kalimpaaensis. Dieser Fisch lebt in einem kleinen See Kalimpaa in einer Höhe von unglaublichen 1.600 m. Hans-Georg Evers beschreibt auch ihre Zucht in seinem heimischen Hamburger Aquarium. Laut dem Autor gedeihen die Fische, haben ihre Scheu völlig verloren, nehmen praktisch jede Art von Futter an und fressen sehr bereitwillig. Einer der größeren Männchen wuchs bis zu sieben Zentimeter, was für einen Vertreter einer so kleinen Gattung relativ viel ist. Obwohl die Männchen mit einer schönen dunklen Färbung hervorstechen, bleichen sie sofort beim Heranführen der Kamera aus. Der Artikel widmet sich anschließend auch ausführlich ihrer Zucht.

Die letzte Art aus dieser neu entdeckten Quintett ist Oryzias polylepis. Wie der Name schon andeutet, handelt es sich um eine "vielschuppige" Art, die sich gleichzeitig relativ deutlich von Oryzias kalimpaaensisunterscheidet. Sie kommt in einem kleinen See in der Nähe des Ortes vor, wo Oryzias kalimpaaensisentdeckt wurde, und stellt somit einen weiteren Mikroendemit dar. Sie wurde zudem erst kürzlich, im Jahr 2025, beschrieben.

🌿 Pflanzen: Tigerlotus als Filter (3)

Zum Frühling gehören nicht nur neue Fische, sondern auch Wasserpflanzen. Rudolf Sutter beschäftigt sich in seinem Artikel mit der Herkunft und Systematik der Art Nymphaea lotus. Da der Autor selbst Afrika besucht hat, bringt er auch einen interessanten Blick auf die natürlichen Bedingungen, unter denen die beiden natürlichen Formen dieser Pflanze - rot und grün - gedeihen. Er beschreibt auch andere Pflanzen, die in der Gegenwart des Tigerlotus in den Biotopen Kameruns gefunden wurden.

Sutter ist offensichtlich fasziniert davon, welche bedeutende Rolle Nymphaea lotus im Aquarium spielen kann, und bezeichnet sie praktisch als biologischen Filter. Seine Behauptung untermauert er mit detaillierten Erklärungen der entsprechenden Prozesse.

Interessant ist auch die Erwähnung, dass Seerosen drei verschiedene Typen von Rhizomen bilden können: horizontal wachsende, gegebenenfalls kriechende; vertikal wachsende, bei denen die langen Blattstiele und Blütenstängel zur Oberfläche streben; und längliche knollige Teile am Boden, die zudem auch in der exotischen Küche verarbeitet werden. Der gesamte Artikel stellt somit eine angenehme und übersichtliche Zusammenfassung für alle Interessierten an dieser schönen und nützlichen Pflanze dar.

Weitere Artikel, die Beachtung verdienen:

  • Roland Schreiber: Batrochoglanis raninus, „Fettwell's Frosch-Wels
  • Ralf Britz: Sinobdella, eine ungewöhnliche Gattung der Stachelflosser
  • Jan Fioole: Parachromis managuensis, eindrucksvoller und meist friedlicher Riese

 

Fokus auf Welse

Chefredakteur des Magazins Daniel Konn-Vetterlein gesteht in seinem Editorial, dass ihm das Hauptthema der Ausgabe 3/2026 des Magazins Aquaristik sehr nahe steht. Das Hauptthema der Ausgabe, insgesamt 16 Seiten, ist nämlich den Welsen gewidmet. Markus Kaluza illustriert die Artikel zudem mit wunderschönen Detailaufnahmen.

Faszination Pseudacanthicus & Leporacanthicus: „Kaktusse“ und „Vampire“ im Aquarium

​Dieser Artikel stellt detailliert zwei der charismatischsten Gruppen der Panzerfische (Loricariidae) vor – die Gattungen Pseudacanthicus (sog. Kaktuswelse) und Leporacanthicus (Vampir-Pleco). Autor Markus Kaluza führt uns in die Welt dieser „Power-Fische“ aus dem Amazonas, Orinoko und anderen südamerikanischen Strömungen, wobei er besonderen Wert auf ihre spezifischen biologischen Ansprüche und sozialen Haltungsbedingungen legt.

​Schlüsselthemen des Artikels:

  • ​Taxonomie und Morphologie: Analyse charakteristischer Merkmale, wie starke Odontoden (biologischer Begriff für kleine, zahnähnliche Strukturen) bei der Gattung Pseudacanthicus und ein einzigartiges Gebiss, das an die Jagd auf wirbellose Tiere bei der Gattung Leporacanthicus.
  • ​Haltung im Aquarium: Für eine erfolgreiche Haltung ist eine ausreichende Länge des Aquariums (min. 150 cm), starker Wasserstrom, hoher Sauerstoffgehalt und eine Temperatur zwischen 26 und 30 °C notwendig. Der Artikel weist auf die Territorialität erwachsener Tiere und die Notwendigkeit eines strukturierten Interieurs mit Verstecken hin.
  • ​Ernährungsansprüche: Im Gegensatz zu den üblichen „Fleischfressern“ handelt es sich um fleischfressende oder omnivore Arten mit einer starken Vorliebe für tierische Proteine (Weichtiere, Insektenlarven, Garnelen).
  • ​Zucht und Fortpflanzung: Detaillierter Blick auf die Stimulation des Laichens (pH-Veränderungen, Druckabfall) und die anspruchsvolle Pflege des Nachwuchses. Der Autor teilt Erfahrungen mit der Aggressivität junger Fische und der kritischen Phase in der Entwicklung der Larven nach dem Absorbieren des Dottersacks.
  • ​Übersicht der Arten: Vorstellung populärer L-Formen, wie L 24, L 25, L 114 (Pseudacanthicus) oder L 29, L 91 und L 264 (Leporacanthicus).

Der Artikel bietet einen umfassenden Einblick für fortgeschrittene Aquarianer, die die Dynamik dieser majestätischen Fische verstehen und zu ihrer nachhaltigen Zucht im Hobby beitragen möchten.

🛡️ Gesundheit und Ernährung: "Vakuumgefroren" (GVG) (9)

Autor Dieter Untergasser spricht in seinen Vorträgen oft über die Ernährung und deren Bedeutung für aquatische Lebewesen. So auch in dem Artikel im Märzausgabe.

Die richtige Ernährung ist in der Aquaristik nicht nur eine Frage der Sättigung, sondern ein grundlegender Pfeiler der Krankheitsprävention und Langlebigkeit der Fische. Der Artikel beschäftigt sich mit kritischen Unterschieden zwischen verschiedenen Futterformen und warnt vor den Folgen einer ungeeigneten Ernährung. Hauptpunkte des Artikels:

1. Rechtliche und ethische Dimension: Das Tierschutzgesetz gilt auch für „niedere“ Lebewesen wie Korallen, Seeanemonen, Insekten, Krebse und Fische. Der Züchter hat die gesetzliche Pflicht, den Tieren eine angemessene Ernährung zu gewährleisten und Schmerzen oder Gesundheitsschäden durch falsches Füttern zu vermeiden.
2. Risiken versteckter Kohlenhydrate: Bei vielen gängigen Trockenfuttern ist der Anteil an Kohlenhydraten zu hoch (oft über 40 %). Dies führt zu einer Verfettung der Leber und der Körperhöhlen. Für die meisten Zierfische sollte der Anteil an Kohlenhydraten unter 25 % liegen, wobei es wichtig ist, die Ernährung mit Ballaststoffen für eine ordnungsgemäße Verdauung zu ergänzen.
3. Vergleich der Futterformen: Lebendfutter vs. gefrorenes vs. GVG (Gefrier-Vakuum-Trocknung)

  • Lebendfutter bleibt die wertvollste Quelle aufgrund des Gehalts an Darminhalt von Beutetieren und aktiven Verdauungsenzymen.
  • Gefrorenes Futter: Der Gefrierprozess erzeugt Eiskristalle, die die Zellstrukturen schädigen. Beim Auftauen gehen Vitamine und wichtige Nährstoffe ins Wasser verloren.
  • GVG (Vakuumgefroren): Diese Methode (Lyophilisation) stellt eine Spitzenalternative dar. Durch die Sublimation von Eis bei niedrigen Temperaturen bleiben die Zellen unversehrt. Das Futter behält bis zu 95 % des Nährwertes des lebenden Organismus, ist steril und sicher hinsichtlich von Pathogenen.

4. Prävention als Ziel: Ein Mangel an Vitaminen (z. B. Vitamin C) und Mineralien führt zu Deformationen des Skeletts und einer Schwächung des Immunsystems. Der Autor empfiehlt, hochwertiges Trockenfutter mit einer täglichen Dosis ballaststoffreicher (Artemia, Daphnia) und gefriergetrockneter (GVG) Bestandteile zu kombinieren.

Eine abwechslungsreiche Ernährung, die die biologischen Bedürfnisse der jeweiligen Art respektiert, ist das wirksamste Mittel. Investitionen in hochwertiges Futter mit schonendem Verarbeitungsprozess (GVG) zahlen sich für Züchter in Form von gesunden, vitalen und farbenfrohen Fischen ohne die Notwendigkeit häufiger medikamentöser Behandlungen aus.

🏮 KOI-Sektion: Der Teich ist kein Sklave (10)

Die Zucht von Koi-Karpfen wird oft als zeitaufwendig und technisch anspruchsvoll angesehen. Martin Kammerer (Konishi Europe GmbH) erklärt im Interview, dass der Schlüssel zum Erfolg nicht im „Sklaven“ des Teiches liegt, sondern im Verständnis des Teiches als geschlossenes biologisches System, das die richtigen technologischen und methodischen Impulse erfordert.

1. Technik 
Ein häufiger Fehler von Anfängern ist eine unzureichende Filterung, die zu einem endlosen Kreislauf von Reinigung und Pflege führt.

  • Moderne Filterung: Automatische Systeme (Trommel- oder Papierfilter) entfernen Verunreinigungen aus dem Wasser, bevor sie sich zersetzen. Dadurch reduzieren sich die Anforderungen an die Pflege auf nahezu null.
  • Strömung und UV: Gezielte Strömung lenkt Verunreinigungen zu den Filtern, und leistungsstarke UV-Lampen sorgen für klares Wasser ohne Algen.

Im Interview weist Martin Kramer darauf hin, dass, wenn der Besitzer zum „Sklaven“ seines Teiches wird, der Grund dafür immer ein Fehler im ursprünglichen Plan oder eine Unterschätzung der Technik ist.

2. Fütterung 
Futter ist nicht nur Ernährung, sondern der wichtigste Faktor, der die Wasserqualität beeinflusst.

  • Biologischer Rhythmus: Koi haben keinen Magen, das Futter gelangt daher direkt in den Darm. Aus diesem Grund ist es notwendig, mehrmals täglich in kleinen Portionen zu füttern.
  • Einfluss der Temperatur: Bei Temperaturen über 20 °C benötigen die Fische mehr Energie (4–5 Fütterungen täglich). Über 27 °C müssen die Portionen jedoch reduziert werden, da die Verfügbarkeit von Sauerstoff im Wasser sinkt.

Billiges Futter erhöht die Belastung der Filter und verschlechtert die Vitalität der Fische. Hochwertiges Futter ist eine Investition in die Stabilität des gesamten Systems.

3. Stressvermeidung und Mikrobiom
Am schwierigsten ist es zu erkennen, ob ein Koi unter den Bedingungen zufrieden ist. Sie haben die Fähigkeit, Stress zu maskieren. Ein Fisch sieht ruhig aus und frisst, auch wenn er innerlich unter hohen Werten von Stickstoffverbindungen leidet.

  • Wasserwechsel: Ein geschlossenes System des Teiches sammelt natürlich Abfallstoffe. Regelmäßige Wasserwechsel (im Sommer 20-25 % pro Woche) sind die effektivste Methode, um den unsichtbaren Druck auf den Organismus der Fische abzubauen.
  • Gesundes Mikrobiom: Der Kampf gegen alle Bakterien ist falsch. Ziel ist es, ein vielfältiges, stabiles Mikrobiom aufzubauen, das das Immunsystem der Fische stärkt. Der Kontakt mit „freundlichen“ Bakterien hält die Fische vital.

4. Genetik und Zuchtentwicklung
In den letzten 20 Jahren hat die Zucht in Japan einen riesigen Sprung gemacht. Die heutigen Koi haben stabilere Farben, bessere Körperstruktur und ausgeprägtere Pigmentierung. Hochwertige Genetik erfordert jedoch entsprechende Bedingungen; ohne Spitzenpflege erlischt das Potenzial von Spitzenlinien.

Ein erfolgreiches Teichsystem für Koi ist nicht von Show-Effekten abhängig, sondern von Vorhersehbarkeit. Wer regelmäßig die Wasserparameter misst, die Strömung kontrolliert und sich um das Mikrobiom kümmert, wird plötzlichen Instabilitäten und Krankheiten entgehen. Kunst ist es nicht, zu heilen, wenn Krankheit oder Mangel sichtbar sind, sondern dies frühzeitig zu verhindern.


Der Weg zu neuen Regenbogenfischen in Papua-Neuguinea in Aquaristik 1/2026

Der Artikel von Hans-Georg Evers führt uns in die abgelegenen Gebiete Westpapuas (Gebiete rund um den Fluss Taritatu und den Bira-See), wo der Autor mit seinem Team nach neuen und seltenen Formen von Regenbogenfischen (Melanotaeniidae) suchte.

Chilatherina sp. „Taritatu“  vermutlich handelt es sich um eine neue Art, die in den Zuflüssen des Taritatu-Flusses (sog. Kali Biru – „Blauer Fluss“) entdeckt wurde. Der Fisch zeichnet sich durch eine faszinierende Färbung aus – die vorderen zwei Drittel des Körpers sind leuchtend blau bis weiß, während das hintere Drittel intensiv rot ist, insbesondere bei dominanten Männchen während der Fortpflanzung.

Chilatherina bleheri: Der Artikel dokumentiert den Besuch des Bira-Sees (auch bekannt als Lake Holmes), der die Heimat dieser ikonischen Art ist. Hans-Georg Evers beschreibt die Veränderung des Aussehens der Fische in Abhängigkeit vom Alter – ältere Männchen erhalten einen hohen Rücken und ein spezifisches Muster.

Melanotaenia goldiei: Beobachtet in klaren, strömenden Gewässern in der Nähe von Timika im südlichen Teil von Westpapua.

Wenn Sie über ihre Zucht und Aufzucht nachdenken

Wenn Sie planen, Regenbogenfische zu züchten, ist es wichtig zu beachten, dass Regenbogenfische sauberes, sauerstoffreiches Wasser mit mäßiger Strömung benötigen. Idealerweise sollte ein regelmäßiger Wasserwechsel (ca. 30 % pro Woche) stattfinden, der die Fische zur Aktivität und Fortpflanzung anregt. Die meisten Arten gedeihen in mittelhartem Wasser mit neutralem bis leicht alkalischem pH-Wert. Was das Futter betrifft, betont der Autor die Vielfalt. Obwohl hochwertige Granulate ausreichen, ist lebendes und gefrorenes Futter (Mückenlarven, Daphnien) entscheidend für leuchtende Farben. Er warnt vor Mückenlarven und Artemia aus minderwertigen Quellen, die zu Verdauungsproblemen führen können.

Fische legen ihre Eier in feinfiedrigen Pflanzen oder künstlichen Zuchtmops ab. Das entscheidende Problem ist nicht die Fortpflanzung selbst, sondern die Fütterung des mikroskopischen Nachwuchses in den ersten Tagen (geeignet sind Infusorien oder Wasserflöhe, später Nauplien von Artemia). Der Nachwuchs hat nach dem Schlüpfen keinen Dottersack mehr und muss sofort gefüttert werden. Wenn lebender Plankton (Wasserflöhe, Infusorien) nicht verfügbar ist, wird als Notlösung hartgekochtes Eigelb durch ein feines Sieb gedrückt (Achtung auf schnelle Wasserverunreinigung).

Der Artikel bestätigt, dass Regenbogenfische erfolgreich mit anderen friedlichen Arten, wie z.B. "Blue eye" Pseudomugil ivantsoffi. Hanse-Georg Evers weist auf die Bedeutung der Erhaltung reiner Linien in Aquarien hin, um eine Vermischung verschiedener Arten und Formen zu vermeiden. Auch 30 Jahre nach den ersten Importen bleibt Papua-Neuguinea eine unerschöpfliche Schatzkammer der Aquaristik, was auch der aktuelle Fund der Form „Taritatu“ bestätigt, deren DNA nun von Wissenschaftlern in Australien untersucht wird.

Aktuelles aus Wissenschaft und Taxonomie (Aquaristik 1/2026)

Revision der Gattung Devario in Sri Lanka

Eine neue Studie (Sudasinghe et al., 2025) brachte grundlegende Klarheit über die Verbreitung und verwandtschaftlichen Beziehungen der Gattung Devarioauf dieser Insel. Die ursprünglich sieben angegebenen Formen wurden auf fünf gültige Arten reduziert. Zwei der früheren Arten wurden als Synonyme bezeichnet.

Neue Art Devario altus: Wissenschaftler beschrieben die fünfte Art, die stark spezialisiert ist und nur an einem Standort in einer Höhe von 1580 m über dem Meeresspiegel vorkommt.

Die Studie an 136 Proben ergab, dass inder Natur häufig Hybridisierung zwischen den Arten (Devario malabaricus x Devario pathirana und Devario malabaricus x Devario micronema). Der Generalist Devario malabaricuskommt aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit mit allen anderen spezialisierten Arten in Kontakt.

Neue „Königstetra“ Inpaichthys luizae

Früher bekannt unter dem Handelsnamen „Black Arrow“, wurde diese Tetra aus Zentralbrasilien (Einzugsgebiet des Rio Tapajós) offiziell wissenschaftlich beschrieben. Ein typisches Merkmal ist der breite schwarze Längsstreifen, der sich von den Brustflossen bis zur Mitte der Schwanzflosse zieht. Die Art zeigt eine Besonderheit in der Anwesenheit einer Fettflosse. Einige Individuen haben sie, anderen fehlt sie, was bei einer Art ungewöhnlich ist.

Obwohl sie erst jetzt wissenschaftlich beschrieben wurde, ist sie bereits weit verbreitet auf dem Aquaristikmarkt, was den Druck auf die Wildpopulationen verringert.

 

DCG-Informationen

Januar 2026 (57. Jahrgang)

Wir können auch den Artikel über das DCG-Symposium in Münster nicht unerwähnt lassen, dessen Autorin Linda Vlachová von ForAquarist ist. Es war eine sehr gelungene Veranstaltung, die im örtlichen Zoo stattfand, wo die Teilnehmer interessante Vorträge von Dieter Untergasser, Dr. Stefan Pierdziga, Dr. Stanislav Kislyuk oder Dr. András Spreinat hören konnten. Mehr über diese Reise und das Symposium selbst bringt der Bericht DCG Symposium: 800 km auf der Suche nach Inspiration - von Kutná Hora zum DCG-Kongress im Münster Zoo

🐡 Cichliden: Überraschende Zucht und Taxonomie

Ein weiterer bemerkenswerter Text ist der Artikel von Uwe Werner über die Art Bentochromis nigrodorsalis.(4)

Benitochromis nigrodorsalis gehört zu den interessantesten und gleichzeitig immer noch unterschätzten westafrikanischen Cichliden. Diese westafrikanische Cichlide aus kleinen Strömungen unter dem Mount Cameroon gehört zu den außergewöhnlich interessanten Arten. Sie beeindruckt nicht nur durch ihr Muster und den ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus, sondern auch durch ihre ungewöhnliche Fortpflanzungsweise. Bei Benitochromis nigrodorsalis übernimmt die Initiative bei den Balzhandlungen das Weibchen. Sie zieht in voller Färbung aktiv den Partner an, während das Männchen nur auf ihre Anreize reagiert, was bei Cichliden ungewöhnlich ist und diese unauffällige Art aus den kamerunischen Strömungen besonders attraktiv macht, insbesondere für Beobachtungen.

Februar 2026 (57. Jahrgang)

Sehr interessant ist aus der Februarausgabe der Artikel Inga Schindlers über Neuigkeiten in der Taxonomie der Gattung Mesonauta. Für Aquarianer ist dieses Thema attraktiv, da gerade diese Cichliden zu den bekannten und beliebten südamerikanischen Fischen gehören, bei denen die Systematik jedoch noch unvollständig ist.

Der Hauptfokus liegt auf der neu beschriebenen Art Mesonauta karipunaaus dem brasilianischen Bundesstaat Amapá. Der Autor zeigt übersichtlich, nach welchen Merkmalen diese Art von verwandten Formen unterschieden werden kann, insbesondere anhand der Zeichnung dunkler Streifen am Körper. Gerade die Kombination aus Zeichnung, morphologischen Merkmalen und neuen molekularen Daten verleiht dem Artikel auch für erfahrene Leser einen hohen Wert.

Der Text erinnert zudem daran, dass Taxonomie kein totes Fachgebiet ist, sondern ein lebendiger Prozess. Das, was in Aquarien lange als stabil galt, kann nach neuen Revisionen anders verstanden werden. Für Interessierte an südamerikanischen Cichliden ist dies daher einer der Artikel, die sich für eine aufmerksame Lektüre lohnen. (5)

Wolfgang Staeck zeigt in seinem Artikel über Diskusfische aus der Umgebung von Iquitos Symphysodon nicht nur als ikonische Aquarienfische, sondern auch als Arten, die eng mit dem Rhythmus der Amazonasüberschwemmungen, dem lokalen Vorkommen und der Realität des Fangens für den Export verbunden sind. Der Text verbindet Biologie, Geografie und aquaristische Praxis und ist daher recht interessant. (6)

März 2026 (57. Jahrgang)

In der Märzausgabe wirkt ein sehr interessanter Text über die Tanganjika-Schnecken Neolamprologus brevis und Neolamprologus calliurus. Auf den ersten Blick handelt es sich um eng verwandte und leicht verwechselbare Fische, der Artikel zeigt jedoch, dass die Unterschiede zwischen ihnen nicht nur eine Frage des Namens sind, sondern auch des tatsächlichen Lebensstils. Neben den taxonomischen Zusammenhängen analysiert der Autor auch grundlegend unterschiedliche Fortpflanzungsstrategien: Während Neolamprologus brevis stabile Paare bildet, wird bei Neolamprologus calliurus ein polygames Modell beobachtet. Gerade die Verbindung von Systematik, territorialen Beobachtungen und Fortpflanzungsbiologie macht den Artikel zu einer äußerst anregenden Lektüre für jeden, der sich für Cichliden aus dem Tanganjika-See interessiert.

📚 Literaturverzeichnis (Q1/2026)


Magazin Amazonas (März/April 2026)

  • (1) BITTER, Friedrich. Entwicklung des Japanischen Reisfisches. Amazonas. 2026, Jahrg. 22, Heft 2 (März/April), S. 10–17.
  • (1) BITTER, Friedrich. Medaka-Zuchtformen. Amazonas. 2026, Jahrg. 22, Heft 2 (März/April), S. 18–27.
  • (2) EVERS, Hans-Georg. Zur Kenntnis zweier neuer Reisfische aus Sulawesi. Amazonas. 2026, Jahrg. 22, Heft 2 (März/April), S. 28–35.
  • (3) SUTTER, Rudolf. Schön und nützlich: der Tigerlotus. Amazonas. 2026, Jahrg. 22, Heft 2 (März/April).

Magazin Aquaristik (3/2026)

  • (8) KALUZA, Markus. Faszination Pseudacanthicus & Leporacanthicus: Vampire im Aquarium. Aquaristik. 2026, Heft 3, S. 16–27.
  • (8) KALUZA, Markus. Faszination Pseudacanthicus & Leporacanthicus: Giganten unter den Harnischwelsen. Aquaristik. 2026, Heft 3, S. 28–31.
  • (9) UNTERGASSER, Dieter. Das Futter macht den Unterschied: Folgen falscher Ernährung bei Fischen. Aquaristik. 2026, Heft 3, S. 18–22.
  • (10) KAMMERER, Martin. Koiteich mit Konzept: Durch gute Planung und Voraussicht zum Erfolg. Aquaristik. 2026, Heft 3, S. 40–45.

Magazin Aquaristik (1/2026)

  • (11) EVERS, Hans-Georg. Ein neuer Regenbogen am Himmel: Chilatherina sp. „Taritatu“. aquaristik. 2026, 34(1), 24–32. ISSN 1431-5564.
  • (12) SUDASINGHE, H., et al. Aus 7 mach 5: Devario-Bärblinge. aquaristik. 2026, 34(1), 10. ISSN 1431-5564.
  • (13) DAGOSTA, F. C. P. An ode to beauty: the discovery of one of the most spectacular tetras (Characiformes: Acestrorhaphidae) – a new species of Inpaichthys from the rio Juruena, Brazil. Neotropical Ichthyology [online]. 2025, 23(3) [cit. 2026-04-01]. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1590/1982-0224-2025-0052. (Referenziert in aquaristik 1/2026, S. 11).

Magazin DCG-Informationen (Januar–März 2026)

  • VLACHOVÁ, Linda. DCG Symposium: 800 km auf der Suche nach Inspiration – von Kutná Hora zum DCG-Kongress im Münster Zoo. DCG-Informationen. 2026, Jahrg. 57, Heft 1 (Januar).
  • (4) WERNER, Uwe. In Kamerun zu Hause: Benitochromis nigrodorsalis (Lamboj, 2001). DCG-Informationen. 2026, Jahrg. 57, Heft 1 (Januar).
  • (5) SCHINDLER, Ingo. Neues zur Taxonomie der Flaggenbuntbarsche (Mesonauta). DCG-Informationen. 2026, Jahrg. 57, Heft 2 (Februar).
  • (6) STAECK, Wolfgang. Diskusbuntbarsche aus der Umgebung von Iquitos. DCG-Informationen. 2026, Jahrg. 57, Heft 2 (Februar).
  • (7) BÜSCHER, Heinz H. Vergleich der Fortpflanzungsstrategien: Neolamprologus brevis und Neolamprologus calliurus. DCG-Informationen. 2026, Jahrg. 57, Heft 3 (März).

 

 

Veröffentlicht: 1. Apr. 2026
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