Gespräche über die Wasseroberfläche: Wasseraufbereitung, Filtration und Aquariumständer

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Jeder erfahrene Aquarianer weiß, dass der Weg zu einem prosperierenden Becken nicht über glänzende Kataloge führt, sondern über Jahre von Versuchen, Irrtümern und praktischen Verbesserungen. Diesmal haben wir daher die Diskussion mit dem langjährigen Züchter Láďa und Luďek auf die Konstruktion von Aquarienständern, die Wasseraufbereitung bis hin zum Einfluss des Verhältnisses von Mineralien auf die Entwicklung von Fischen konzentriert.

Stabiler Grund und leiser Betrieb

Konstruktion: Eisen über Spanplatte

Viele Aquarianer stoßen früher oder später auf die Grenzen von gekauften Ständern. Diese sehen zwar schön im Wohnzimmer aus, aber unter dem Gewicht von Hunderten Litern Wasser und durch die Feuchtigkeit können sie anfangen zu arbeiten. Daher setzt Lána auf ein Eisenskelett.

  • Schlosserarbeit: Grundlage ist eine geschweißte Konstruktion mit verstellbaren Füßen. Das ist absolut entscheidend in Häusern mit unebenem Boden, wo schon ein Millimeter Neigung bei einem großen Aquarium zu Spannungen im Glas führen kann.
  • Ästhetik ohne Kompromisse: Damit das technische Aussehen den Innenraum nicht stört, wird es mit einer Laminatverkleidung versehen. Die Verwendung von ABS-Kanten ist in diesem Fall eine Notwendigkeit – sie schützt das Material vor Quellschäden bei Kontakt mit Wasser, die bei der Wartung früher oder später auftreten können.

Filtration: Wette auf leise Leistung

Was die Filtration betrifft, gab es im Gespräch eine klare Empfehlung von Lučka:

Niemand hat etwas Besseres als Eheim erfunden.

Die Qualität des Filters erkennt man nicht nur am Durchfluss, sondern vor allem an der mechanischen Präzision der Pumpe.

Dank der präzisen Verarbeitung ist der Geräuschpegel der Technik minimal, auch ohne zusätzliche Schalldämmung des Ständers. Das ist grundlegend für Aquarien, die in Schlafzimmern oder Wohnzimmern platziert sind. Eine hochwertige Pumpe resoniert einfach nicht und behält ihre Leistung über viele Jahre.

Wasseraufbereitung: Manchmal reicht es nicht nur aus „Leitungswasser“

Das Wasser in Turnov und Umgebung ist oft hart, was für die Haltung anspruchsvoller Arten ein Problem darstellt. Eine Lösung ist die Umkehrosmose (RO).

Effizienz und Handhabung: Standard-Umkehrosmoseanlagen produzieren große Mengen Abwasser. Mit der Verwendung von zwei Membranen kann jedoch ein Verhältnis von 1:1 erreicht werden (aus 1000 Litern erhält man 500 Liter reines Wasser).

Praktischer Tipp: Vergessen Sie das Schleppen von Eimern. Schließen Sie die Umkehrosmose im Badezimmer direkt an den Duschschlauch an und pumpen Sie (wiederum bewährtes Eheim) das „Osmosewasser“ in die Speichertanks unter dem Aquarium.

Wann die Füllung wechseln:  Filter (Sediment- und Aktivkohlefilter) sollten nach ca. 6000 Litern gewechselt werden, die Membranen halten bis zu 40.000 Litern. Ein deutliches Zeichen für den Austausch ist der Anstieg der Mikrosiemens (z.B. von den Standardwerten 18 µS auf 100 µS).

Alchemie mit Mineralien: Calcium vs. Magnesium

Eine interessante Erkenntnis aus der Praxis (unterstützt durch Experimente des aquaristischen Experten Ivo Bartečka) ist der Einfluss des Mineralverhältnisses auf Fische. Konkret bezieht sich dieses Experiment auf die Cichliden Microgeophagus ramirezi. Während in unserem Wasserversorgungsnetz Calcium im Verhältnis 2:1 über Magnesium dominiert, ist es in natürlichen Lebensräumen oft umgekehrt. Die Versuche zeigten, dass ein Verhältnis von 1 Teil Calcium zu 2 Teilen Magnesium grundlegenden Einfluss hat auf:

  • Die Struktur und die Form des Fischkörpers.

  • Die Geschwindigkeit der Geschlechtsreife.

CO2 und pH: Manchmal ist weniger mehr

Zur Anpassung des pH kann z.B. CO2 mit einem Reaktor verwendet werden, aber auch hier gilt, dass zu häufige Messungen problematisch sein können. Nach Erfahrungen mit ständiger Kalibrierung der Sonden kehrt Lána zu der bewährten „Schätzung nach Blasen“ und der Beobachtung der Fische zurück. Das ist auch dank der ausreichenden Größe des Aquariums möglich, dass dieser Ansatz machbar ist. Es reicht aus, das Ventil zu schließen, den pH zu messen und den Druck in der Flasche zu überwachen, um ein unkontrolliertes Beschleunigen beim Entleeren zu vermeiden.

Mythos über den Austausch von Schwämmen

Zum Schluss ein Rat zur Filtration:

Glauben Sie nicht den Händlern, dass Schwämme alle drei Monate gewechselt werden müssen.

Ein qualitativ hochwertiger Biomopp, z.B. 10 cm dicke Platten im Hamburger Filter - HMF (Hamburger Mattenfilter*), hält jahrelang. Mit der Zeit „verstopft“ er zwar unter dem Druck von Bakterien und Abfall, aber anstelle des Wegwerfens ist die beste Medizin eine gründliche Spülung (auch in der Waschmaschine), die ihm die ursprüngliche Durchlässigkeit und Flexibilität zurückgibt.

 

Video von dem Gespräch (vergessen Sie nicht, die deutschen Untertitel auszuwählen):


* HMF oder Hamburger Plattenfilter ist im Grunde eine große Platte aus Biomopp, die im Aquarium als „lebendige Wand“ fungiert. Anstelle einer komplizierten Maschine setzt man auf eine riesige Fläche und Bakterien. Wie funktioniert das? In einer Ecke oder an der Wand des Aquariums trennen Sie einen Teil des Raums mit einer Moppplatte ab. Dahinter setzen Sie eine kleine Pumpe, die das Wasser nur zurückpumpt. Dadurch wird das Wasser aus dem Aquarium gezwungen, aber sehr langsam, über die gesamte Fläche des Schwammes angesaugt.

  • Biologische Kraft: Dank des langsamen Durchflusses haben die Bakterien im Schwamm genug Zeit, das Wasser zu reinigen. Es ist viel effektiver als das schnelle Durchjagen von Wasser in einem kleinen Filter.
  • Wartungsfreiheit: Dieser Filter wird Monate, manchmal Jahre, nicht gereinigt. Je „älter“ er ist, desto besser funktioniert er.
  • Kinderstube für Fische: Der Wasserfluss ist so sanft, dass er selbst frisch geschlüpfte Larven oder Garnelen nicht gefährdet. Diese fressen außerdem gerne darauf, weil sich auf der Oberfläche Mikroorganismen halten.

Hamburger Mattenfilter - Quelle "Aquaristik ohne Geheimnisse

1. Was ist ein Biofilter (Bioreaktor)?

Traditionelle Filter konzentrieren sich oft auf mechanische Reinigung (Entfernung von Schlamm). HMF (Hamburger Mattenfilter) funktioniert jedoch primär als Bioreaktor.

  • Bakterien sind der Filter: Der eigentliche Filter sind nicht keramische Ringe oder Schwämme, sondern eine Gemeinschaft von Bakterien, die die Oberflächen besiedeln.
  • Katalysator: Der Filter beschleunigt nur die natürlichen Zersetzungsprozesse organischer Stoffe.
  • Stabilität: HMF bietet den Bakterien „geschützte Gebiete“, wodurch die biologische Kapazität des Aquariums erhöht wird (es erzeugt den Effekt von „größerem Volumen“ Wasser in Bezug auf den Abbau von Schadstoffen).

2. Biologische Prozesse im Filter

Nitrifikation: Aerober Prozess (der Sauerstoff benötigt), bei dem Bakterien Ammoniak/Ammonium in Nitrite und anschließend in relativ harmlose Nitrate umwandeln.

Sauerstoffverbrauch: Beim Durchfluss durch den Filter sinkt der O2-Gehalt um ca. 0,5 mg/l, was bei normalen Werten (5 mg/l+) sicher ist.

Nebenprodukte: Neben Nitraten entsteht CO2, das den Pflanzen zugutekommt.

Denitrifikation: In bestimmten Zonen mit niedrigem Sauerstoffgehalt kann es zur Reduzierung von Nitraten kommen, was hilft, einen stabilen pH und die Alkalität aufrechtzuerhalten.

3. Technische Parameter und Berechnungen

Der Schlüssel zum Erfolg von HMF ist die richtige Fließgeschwindigkeit des Wassers durch das Medium.

Die Hauptgrundsätze:

Durchfluss: Der Inhalt des Aquariums sollte idealerweise 1x bis 2x pro Stunde durch den Filter fließen.

Fließgeschwindigkeit (V): Optimal sind 5 bis 10 cm/min. Bei zu hoher Geschwindigkeit können die Bakterien sich nicht am Substrat halten. Bei zu niedriger Geschwindigkeit kann es zu unzureichender Sauerstoffversorgung kommen.

Fläche des Biomopps: In der Regel wird die gesamte Seitenwand des Aquariums genutzt.

Berechnungsformeln: Durchfluss der Pumpe (L/h): n * Q (n = Anzahl der Umdrehungen des Volumens, Q = Volumen des Aquariums).

Fläche des Biomopps (A): A = (Q * n * 1000)/(V * 60) (Ergebnis in cm2).

4. Konstruktion und Wartung

Bau: Eine Schwammplatte (Dicke 3–5 cm) wird ca. 2 cm von der Wand des Aquariums platziert, wodurch eine Kammer für die Pumpe, den Heizer und die Sonden entsteht.

Pumpe: Wasser wird aus dem Raum hinter der Matratze abgepumpt und zurück ins Aquarium geleitet. Es kann eine Motorpumpe oder ein Luftheber verwendet werden.

Eingewöhnung: Dauert mehrere Wochen. Die blaue Farbe des Schwamms wird mit der Zeit braun, was die Besiedlung durch Bakterien anzeigt.

Wartung: Fast null. Die Matratze wird nicht gewaschen, bis ein deutlicher Unterschied im Wasserstand vor und nach dem Filter sichtbar ist (das kann Jahre dauern). Der Schlamm hinter dem Filter ist biologisch aktiv und sollte nicht entfernt werden.

5. Zusammenfassung der Vorteile und Grenzen

Vorteile: Extrem niedrige Kosten, hohe biologische Sicherheit, lange Lebensdauer, Versteck für Larven, Platz für Technik.

Nachteile: Nimmt Platz im Aquarium ein, für einige ästhetisch unbefriedigend (kann durch Bepflanzung mit Moos gelöst werden).

Einschränkungen: Ungeeignet für Meerwasseraquarien und extrem überbesetzte Becken ohne Pflanzen, wo mechanische Reinigung über biologischer Reinigung überwiegt.

Veröffentlicht: 6. Jan. 2026
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