Gespräche über der Wasseroberfläche: Hynek Dařbuján - Das Geheimnis von Tanganika

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Hynek Dařbuján, Legende der tschechischen Aquaristik, beschreibt in einem offenen Interview seinen Weg zu den afrikanischen Cichliden, die Faszination des Tanganikasees und den beruflichen Wandel zu anspruchsvollen Meereszuchten. Warum tauchte er im Tanganikasee ohne Gewichte und welche Mythen über das Füttern und Fangen von Wildfischen kursieren bis heute unter Aquarianern? Tauchen Sie ein in die Geschichte eines Mannes, für den die Aquaristik eine lebenslange Herausforderung und ein erfüllter Traum ist.

In der tschechischen Aquaristik gibt es nur wenige Namen, die so klangvoll sind wie Hynek Dařbuján.

Hynek Dařbuján stand am Anfang der Zucht afrikanischer Cichliden in der Tschechoslowakei. Mühsam beschaffte er Fische aus Deutschland über den Eisernen Vorhang. Er besuchte Tanganjika und Malawi und gehört zur absoluten Spitze nicht nur in diesem Bereich, sondern auch in der Zucht von Süßwasserrochen und im Bereich der Meeresaquaristik. In einem exklusiven Interview für ForAquarist erinnert er sich an seine Anfänge und daran, warum Afrika nach wie vor

ein Ort ist, an dem alles möglich ist und nichts sicher.

Anfänge der Aquaristik hinter dem Eisernen Vorhang

Die Geschichte von Hynek Dařbuján begann unscheinbar, mit klassischen Aquarienfischen wie Betta oder Skalaren. Der Wendepunkt kam 1975, als er von den ersten Berichten über afrikanische Cichliden im bereits legendären Aquaristik-Magazin Aquarium Terrarium fasziniert wurde. In der Zeit der Normalisierung war jedoch nichts einfach.

Wir bezahlten dafür mit nicht gerade christlichen Preisen und schmuggelten sie über die Grenzen

erinnert sich Hynek Dařbuján an die Zeit, als er als Student der Tierzucht in Prag begann, Cichliden dank Kontakte in der DDR zu züchten.

Expedition Tanganika: Auf dem Weg zum See

Im Jahr 2002 machte er sich auf den Weg nach Sambia. Es gab keine organisierten Reisen, und so spielte das Schicksal damals eine Rolle. Die Reise zum tausend Kilometer entfernten Tanganjika war voller „afrikanischer Eigenheiten“.

Um endlosen Kontrollen an den Checkpoints zu entgehen, nutzten sie einen originellen Trick – sie platzierten ein Schild mit der Aufschrift „Krankenwagen“ ins Autofenster. So fuhren sie an den Kontrollen vorbei.

Das Tauchen im See war jedoch nicht nur eine Frage der Schönheit, sondern auch des Respekts.

Tanganika ist in einer Tiefe von etwa 20 Metern düster und gruselig.

beschreibt seine Erlebnisse.

Die adrenalingeladene Dimension der Expedition verstärkte das Erlebnis, als er erst nach dem Tauchgang erfuhr, dass er nur knapp an einem der größten Krokodile der Gegend vorbeigeschwommen war.

Ethik und Realität des heutigen Marktes

Während Tanganika früher das Reich weniger Züchter war, werden heute die Fische massenhaft in die ganze Welt exportiert. Dařbuján warnt im Interview vor der kritiklosen Gier nach „Fangstücken“. Diese sollten seiner Meinung nach ausschließlich zur Verbesserung der Zuchtlinien in den Händen von Fachleuten dienen und nicht bei Anfängern enden, die einfach nicht die nötigen Kenntnisse haben. Aufgrund von Stress und Fehlern können sie dann oft schon innerhalb von einer Woche sterben.

Er weist auch auf häufige Fehler bei der Fütterung hin. Der Mythos, dass Cichliden nur pflanzliche Kost vertragen und daher keine tierische Nahrung ertragen, wird durch Erfahrungen aus der Natur widerlegt – in den pflanzlichen Beständen kommen nämlich natürlich große Mengen an Insektenlarven und Krebstieren vor.

Von Süßwasser zu maritimer Faszination

Obwohl Hynek Dařbuján sein Unternehmen auf Erfolgen mit Süßwasser-Cichliden aufgebaut hat, gilt seine gegenwärtige Leidenschaft vor allem der Meeresaquaristik, der er sich seit den 90er Jahren professionell widmet. Er hat sich unter anderem durch die Zucht von zarten Seepferdchen einen Namen gemacht.

Trotz aller Expeditionen zu den Galapagos oder Komodo bleibt Tanganika jedoch eine Herzensangelegenheit:

Es ist ein unvergessliches Erlebnis,

Das gesamte Interview haben wir auf Video festgehalten:

Veröffentlicht: 20. Feb. 2026
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MD
Perfekt Linda! Ein interessantes Interview und ein perfektes Video. Die deutschen Untertietel erleichtern die Verständlichkeit extrem. Die Übersetzungsqualität entspricht der von Zoom. Noch verbesserungsfähig, aber schon ziemlich gut und ausreichend.  
vor 7 Stunden
Anna Krejčová
Velmi zajímavý rozhovor. Pan Hynek Dařbuján je skvělý a zkušený akvarista. Děkuji.  
vor 7 Stunden