Winterliche Planktonjagd: Effektive Methode des „Selbstfangs“ am Auslass des Teiches

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Während die meisten Aquarianer mit dem Einbruch des Winters ihre Netze wegpacken, steuern erfahrene Praktiker auf die Auslässe von Teichen zu. Gerade in den frostigen Monaten entsteht nämlich besonders hochwertiges lebendes Futter mit einem hohen Fettgehalt, das einen entscheidenden Einfluss auf die Kondition, das Wachstum und die Färbung der Fische hat. Die Winterfischerei auf Plankton ist keine Nostalgie und keine Improvisation, sondern eine durchdachte Methode, die in der modernen Aquaristik wieder ihren Platz zurückgewinnt.

Wenn Sie sich für die Sommervariante des Planktonfangs interessieren, sollten Sie unbedingt den Artikel „Geheimnisse erfolgreicher Aufzuchten: Beispielhafte Lebendfutterjagd mit Zdeněk Dočekal

Während für die meisten Aquarianer die Saison der Jagd auf lebendes Futter mit dem ersten Frost der Wasseroberfläche endet, beginnt für Profis und erfahrene Praktiker erst die Zeit, die möglicherweise die qualitativ hochwertigste Nahrung des ganzen Jahres bietet. Der Winterplankton ist nicht nur durch seine Artenzusammensetzung spezifisch, sondern vor allem durch seinen hohen Fettgehalt, was sich direkt auf die Kondition der Fische, die Intensität ihrer Färbung und ihr Wachstumspotenzial auswirkt.

Innovationen in der Fangtechnik: Von Netzen zu Rohrnetzen

Traditionelles manuelles Fangen von Plankton mit Netzen, wie wir es aus den vergangenen Jahrzehnten kennen, ist heute an vielen Standorten wenig effektiv. Der Grund ist vor allem der langfristige Rückgang der Planktonmenge in den Teichen.

Eine interessante und effektive Alternative stellt die Methode dar, die vor etwa 25 Jahren von einem Pionier dieser Fangtechnik in der Böhmischen Höhe, Jan Kolbábek (auf dem Foto), eingeführt wurde – die Verwendung von netzförmigen Schläuchen, die direkt im strömenden Wasser am Auslauf des Teiches installiert sind.

Dieses System funktioniert nach dem Prinzip des passiven Fangens:

Installation: Die Netze sind fest im Bereich des Auslaufs platziert und bleiben dort ununterbrochen von Herbst bis Frühling.
Prinzip: Plankton wird durch die Strömung des Wassers natürlich direkt in die Netze gebracht, egal ob es sich aktiv in der Wassersäule bewegt oder durch den Unterstrom mitgerissen wird.
Konstruktion: Es werden lange, netzförmige Schläuche verwendet, die am Ende zugebunden sind, was ein schnelles und einfaches Entleeren des Fangs ermöglicht.

Spezifika des Winterbetriebs

Ein entscheidender Erfolgsfaktor in den frostigen Monaten ist die richtige Wahl des Standorts. An den Ausläufen tieferer Teiche hat das Grundwasser eine stabile Temperatur von etwa 4 °C. Dadurch friert die Oberfläche an Stellen mit starkem Strom auch bei Temperaturen bis -15 °C nicht zu. Unter solchen Bedingungen fühlt sich das Wasser paradoxerweise wärmer an als die umgebende Luft.

Worauf man achten sollte:

  • Material der Netze: Für die langfristige Winterfischerei hat sich eindeutig schwarzes Monofilament bewährt. Im Gegensatz zu weißem Monofil haften darauf weniger Algen und sie wachsen nicht, was entscheidend ist, da die Netze ununterbrochen 24 Stunden am Tag im Wasser sind.
  • Wartung: Auch bei langen Netzen kommt es zu einer allmählichen Verunreinigung durch Schlamm und Ablagerungen. Regelmäßiges Abklopfen ist notwendig, um ihre Durchlässigkeit und Wirksamkeit zu erhalten.
  • Unerwünschte Besucher: Ein großes Problem können Enten sein, die sich im Winter zu den eisfreien Ausläufen zurückziehen. Ihre Krallen an den Enden der Schwimmhäute können die Netze leicht beschädigen oder ganz zerreißen.

Zusammensetzung des Fangs und Nährwert

Im Winter stellt der dominante Teil des Fangs vor allem die Wasserflöhe (Cyclops) dar, ergänzt durch kleinere Mengen von Daphnien (Daphnia), gewöhnlich in Prozentanteilen.

Winterplankton enthält erheblich mehr Fette als das Sommerplankton. Fische wachsen besser und erreichen intensivere Farben.

fasst seine Erfahrungen der professionellen Aquarianer Zdeněk Dočekal zu den Vorteilen der Winterfischerei zusammen. Die Praxis gibt ihm recht – der Unterschied ist nicht nur bei den Zuchtfischen, sondern auch bei langfristig gehaltenen erwachsenen Fischen sichtbar.

Die Fangmengen können von Tag zu Tag erheblich variieren, je nachdem, ob sich das Plankton eher an der Oberfläche oder am Boden des Teiches aufhält. In Zeiten des Überflusses bietet sich die ideale Lösung in Form von Einfrieren der Vorräte „für schlechtere Zeiten“ an.

Ausrüstung des Fischers

Die Arbeit im eiskalten Wasser erfordert eine angemessene Ausrüstung. Alte Gummihosen haben bei Frost ihre Grenzen, und das merkt man sehr schnell. Heute sind gefütterte Neoprenfischhosen der Standard, die Wärme isolieren und einen komfortablen Umgang mit den Netzen bei längerem Kontakt mit kaltem Wasser ermöglichen.

Und wenn man sich erst nach Einbruch der Dunkelheit zum Auslauf begibt – was im Winter eher die Regel als die Ausnahme ist – ist eine gute Stirnlampe ein Muss.

Den gesamten Prozess der Winterfischerei auf Plankton können Sie im beigefügten Video sehen.

Das Füttern wird dann in diesem kurzen Video festgehalten.

Veröffentlicht: 9. Feb. 2026
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