Gespräche über die Wasseroberfläche: Retro-Fenster - Wie „Brei“ und tschechischer Erfindergeist die Aquaristik veränderten

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Die Geschichte der tschechischen und deutschen Aquaristik handelt nicht nur von Fischen in Tanks, sondern vor allem von der unglaublichen Fähigkeit zur Improvisation und Effizienz, die es uns einst ermöglichte, den europäischen Markt zu dominieren. Im neuesten Video auf dem Kanal ForAquarist haben Zeitzeugen, die die goldene Ära der Zucht von Labyrinthfischen sowie den Fall des Eisernen Vorhangs erlebt haben, ihre Erinnerungen geteilt.

Babynahrung als „Superfood“ für die Fische

Heute steht uns eine Vielzahl spezieller Flockenfutter, Vitamine und Suspensionen zur Verfügung. In der Zeit des Sozialismus war die Situation jedoch anders. Wie im Video erwähnt, mussten Aquarianer aus dem Ostblock (insbesondere aus der DDR und der Tschechoslowakei) nach Alternativen zu teuren westlichen Produkten suchen.

Der Schlüssel zur massenhaften Aufzucht anspruchsvoller Arten, wie Betta, Cichliden oder Regenbogenfische war Instantbabynahrung. Diese Getreidebreie hatten für Aquarianer mehrere wesentliche Vorteile:

  • Physikalische Eigenschaften: Aufgrund ihrer Feinheit (pulverartige Konsistenz) bildeten sie an der Wasseroberfläche einen Film, der nicht absank. Dies ist entscheidend für Jungfische, die in den ersten Tagen ihre Nahrung ausschließlich von der Oberfläche aufnehmen.
  • Verfügbarkeit und Preis: Dank der damaligen Subventionen für Kinderbedarf hatten diese Breie eine „Minussteuer“ und waren extrem günstig.
  • Zusammensetzung: Es handelte sich nicht um Milchprodukte, sondern um Getreideerzeugnisse, die im Wasser nicht so schnell gären und die Fische hervorragend wachsen ließen.

Konflikt zwischen Ost und West: Effizienz über Gold

Ein interessanter Moment der Diskussion ist der Vergleich zwischen tschechischen und deutschen Züchtern im Rahmen internationaler Organisationen (z.B. IGL). Westliche Aquarianer beobachteten oft mit Staunen, welche Ergebnisse die Züchter aus dem Osten mit minimalen Kosten erzielten.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands trat dieser Unterschied in der Effizienz voll zutage. Ostdeutsche Züchter dominierten zunächst mit ihren Methoden den westlichen Markt. Bald stießen sie jedoch auf eine noch stärkere Konkurrenz – tschechische Aquarianer.

Warum sind Neonsalmler so günstig?

Viele Menschen sind sich nicht bewusst, dass die derzeitige Verfügbarkeit mancher Arten gerade den tschechischen Züchtern zu verdanken ist. Im Video wird das Beispiel der Neonsalmler erwähnt, die dank tschechischem Know-how und der Fähigkeit, „Fische günstiger zu produzieren“, die billigsten Fische auf dem Markt wurden. Dieser Druck auf die Effizienz war so stark, dass in Deutschland allmählich ein großer Teil der professionellen Zuchten verschwand, die mit den tschechischen Preisen nicht konkurrieren konnten.

Grenzgänger zwischen zwei Welten

Neben technischen Details bringt das Video auch die menschliche Dimension mit sich. Geschichten von Aquarianern, die sich zwischen tschechischen und deutschen Umgebungen bewegten, erinnern daran, dass das Hobby Aquaristik immer Menschen verbunden hat, unabhängig von Grenzen. Auch wenn manchmal Vorurteile gegenüber „Zuwanderern“ auftraten, überwog die gemeinsame Leidenschaft für die Aquaristik immer.

Möchten Sie die vollständigen Erzählungen über die Geschichte unserer Zuchten und andere aquaristische Tricks hören? Schauen Sie sich das gesamte Video auf unserem YouTube-Kanal an (Bitte wählen Sie die deutschen Untertitel):

Veröffentlicht: 5. Feb. 2026
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Filip Hlaváč
Jako vždy zajímavé až k neuvěření.😉 Díky.  
vor 36 Minuten
Anna Krejčová
Zajímavý rozhovor.  
vor 7 Stunden