Panzerknacker: ein anspruchsloser und geselliger Bewohner des Bodens

Schnabelwels (Corydoras paleatus, neuere Hoplisoma paleatum) gehört zu den beliebtesten Aquarienfischen, die am Boden leben. Er ist friedlich, gesellig, interessant zu beobachten und bei richtigen Bedingungen auch relativ pflegeleicht. Obwohl oft als „Aquarienreiniger“ bezeichnet, benötigt er qualitativ hochwertiges Futter und ersetzt keinesfalls die regelmäßige Pflege des Bodens im Aquarium.

Schnabelwels in Kürze

  • Deutscher Name: Schnabelwels
  • Traditioneller wissenschaftlicher Name: Corydoras paleatus
  • Neuere wissenschaftliche Einstufung: Hoplisoma paleatum
  • Herkunft: Südostteil von Südamerika
  • Größe: etwa 6–7 cm
  • Haltung: friedlich, gesellig
  • Empfohlene Anzahl: mindestens 5–6 Individuen
  • Platz im Aquarium: hauptsächlich Boden
  • Futter: Allesfresser
  • Geeigneter Substrat: feiner Sand oder glatter feiner Kies
  • Geeignet für Anfänger: ja

Wie sieht der Schnabelwels aus?

Der Schnabelwels ist leicht zu erkennen an seinem grauen bis bräunlichen Körper mit unregelmäßigen dunklen Flecken. Die Färbung der einzelnen Fische kann leicht variieren.

Ein charakteristisches Merkmal der Schnabelwelse sind die zwei Reihen fester knöcherner Platten an den Seiten des Körpers. Diese bieten ihnen Schutz und gaben der gesamten Gruppe die deutsche Bezeichnung „Schnabelwelse“.

Um den Maul haben sie empfindliche Barteln, mit denen sie den Boden durchstöbern und nach Futter suchen. Gerade deshalb ist es wichtig, einen geeigneten Boden ohne scharfe Kanten zu wählen.

Ist der Schnabelwels für Anfänger geeignet?

Ja. Der Schnabelwels wird allgemein als relativ widerstandsfähiger Fisch angesehen, der sich gut für das erste Gesellschaftsaquarium eignet.

Das bedeutet jedoch nicht, dass er in beliebigen Bedingungen leben kann. Wie andere Fische benötigt er stabile Wasserqualität, geeignetes Futter, ausreichend Platz und vor allem Gesellschaft seiner eigenen Art.

Einer der häufigsten Fehler von Anfängern ist die Anschaffung eines einzigen Schnabelwelses als „Bodenreinigungsfisch“. Schnabelwelse sind gesellige Fische und gedeihen deutlich besser in Gruppen.

Wie viele Schnabelwelse sollte man gemeinsam halten?

Der Schnabelwels sollte nicht alleine gehalten werden. Ideal ist eine Gruppe von mindestens 5 bis 6 Individuen, in einem ausreichend großen Aquarium gerne auch mehr.

In der Gruppe sind Schnabelwelse:

  • aktiver,
  • weniger scheu,
  • bewegen sich mehr im Aquarium,
  • zeigen natürlichere soziale Verhaltensweisen.

Es ist sehr interessant, mehrere Schnabelwelse zu beobachten, die gemeinsam den Boden durchstöbern oder nebeneinander unter einer Wurzel oder zwischen Pflanzen ruhen.

Wie groß muss das Aquarium für den Schnabelwels sein?

Für eine kleinere Gruppe von Schnabelwelsen ist ein Aquarium mit einer Länge von mindestens 60 cm geeignet.

Bei diesen Fischen ist nicht die Höhe des Beckens am wichtigsten, sondern vor allem eine ausreichend große Bodenfläche. Dort verbringen sie den Großteil ihrer Zeit.

Ein geeignetes Aquarium sollte eine Kombination bieten aus:

  • freien Flächen zur Futtersuche,
  • feinem Substrat,
  • Pflanzen,
  • Wurzeln,
  • Steinen ohne scharfe Kanten,
  • ruhigen Plätzen zum Ausruhen.

Schnabelwelse eignen sich gut für ein klassisches Gesellschaftsaquarium mit friedlichen Arten ähnlicher Ansprüche.

Welcher Boden ist am besten für Schnabelwelse?

Ideal ist feiner Aquarien-Sand.

Schnabelwelse graben beim Suchen nach Futter ihren Schnabel und die Barteln ins Substrat. Feiner Sand ermöglicht es ihnen, ihr natürliches Verhalten auszuleben und minimiert gleichzeitig das Risiko von Verletzungen der empfindlichen Barteln.

Es kann auch feines glattes Substrat ohne scharfe Kanten verwendet werden.

Ungeeignet ist hingegen sehr grober oder scharfer Kies.

Wichtig ist auch die Sauberkeit des Bodens. Langfristig vernachlässigtes Substrat kann zusammen mit ungeeigneten Bedingungen zu Verletzungen oder Infektionen der Barteln führen.

Ist der Schnabelwels wirklich ein „Aquarienreiniger“?

Nur teilweise. Schnabelwelse durchsuchen ständig den Boden und können kleine Futterreste finden, die andere Fische übersehen haben. Dadurch können sie helfen, einen Teil des Futters zu nutzen, das auf den Boden gefallen ist. Sie sind jedoch kein Ersatz für die Pflege des Aquariums.

Schnabelwels produziert keine Abfälle und reinigt das Aquarium nicht für Sie.

Womit sollte man den Schnabelwels füttern?

Der Schnabelwels ist Allesfresser und benötigt eine eigene regelmäßige und abwechslungsreiche Ernährung.

Die Grundlage kann aus hochwertigen bestehen:

  • sinkenden Granulaten,
  • Tabletten für Fische, die am Boden leben,
  • hochwertigen Wafern,
  • tiefgefrorenem Futter,
  • lebendem Futter.

Als Abwechslung kann man beispielsweise Artemia, Daphnien oder andere kleine lebende Futterarten verwenden, die für Aquarienfische geeignet sind. Es kann nicht angenommen werden, dass Schnabelwelse nur mit den Resten der Fütterung anderer Fische auskommen.

In einem Aquarium mit sehr aktiven Fischen ist es sogar ratsam zu beobachten, ob ausreichend Futter tatsächlich bis auf den Boden gelangt.

Warum schwimmt der Schnabelwels an die Oberfläche?

Eines der interessantesten Verhaltensweisen der Schnabelwelse sind ihre schnellen Ausflüge vom Boden zur Oberfläche. Der Fisch schwimmt nach oben, nimmt Luft auf und kehrt sofort zurück. Es ist nicht unbedingt ein Zeichen für Sauerstoffmangel.

Schnabelwelse haben die Fähigkeit, auch Sauerstoff aus der atmosphärischen Luft zu nutzen. Die geschluckte Luft durchläuft ihren Verdauungstrakt und ein Teil des Sauerstoffs kann über einen spezialisierten Abschnitt des Darms aufgenommen werden. Der gelegentliche Weg zur Oberfläche ist daher ganz normal.

Wenn jedoch Schnabelwelse sehr häufig zur Oberfläche schwimmen und sich ihr Verhalten plötzlich ändert, ist es ratsam, Folgendes zu überprüfen:

  • Wasserqualität,
  • Temperatur,
  • Filtration,
  • Wasserströmung,
  • Sauerstoffgehalt des Beckens.

Wie wird der Schnabelwels gehalten?

Schnabelwelse gehören zu den sehr friedlichen Fischen. Den Großteil des Tages verbringen sie mit dem Durchstöbern des Bodens. Sie kombinieren aktives Suchen nach Futter mit kurzen Ruhephasen auf dem Substrat, unter Wurzeln oder zwischen Pflanzen.

In einer größeren Gruppe kann man oft mehrere Individuen beobachten, die sich gemeinsam bewegen. Obwohl sie als Bodenfische gelten, sind sie nicht strikt an den Boden gebunden. Gelegentlich unternehmen sie schnelle Ausflüge in höhere Wasserschichten oder sogar bis zur Oberfläche.

Mit welchen Fischen kann man Schnabelwelse halten?

Der Schnabelwels eignet sich vor allem für ein ruhiges Gesellschaftsaquarium.

Er kann gut mit beispielsweise:

  • kleineren Tetras,
  • Rasboras,
  • einigen Lebendgebärenden,
  • ruhigen Welsen,
  • weiteren friedlichen Fischen ähnlicher Größe.

Wichtig ist, Arten mit ähnlichen Ansprüchen an die Umgebung und Wassertemperatur auszuwählen.

Ungeeignete Gesellschaft sind vor allem deutlich aggressive oder sehr territoriale Fische, die Schnabelwelse angreifen oder ihnen den Zugang zu Futter verwehren könnten.

Der Schnabelwels ist kein Panzerfisch

Schnabelwelse werden manchmal fälschlicherweise als Panzerfische bezeichnet. Es handelt sich jedoch um eine andere Gruppe von Welsen.

Der Schnabelwels gehört zur Familie Callichthyidae, während die bekannten Panzerfische, wie z.B. Ancistrus, zur Familie Loricariidae gehören. Obwohl beide Gruppen oft die unteren Bereiche des Aquariums bewohnen, unterscheiden sich ihre Lebensweise, Körperbau und Ernährung.

Corydoras paleatus oder Hoplisoma paleatum?

Erfahrene Aquarianer kennen den Schnabelwels vor allem unter dem Namen Corydoras paleatus. Nach einer neueren taxonomischen Überprüfung der Schnabelwelse wurde diese Art jedoch in die Gattung Hoplisoma übertragen. Die aktuelle wissenschaftliche Bezeichnung ist daher Hoplisoma paleatum.

In Aquariengeschäften, Literatur und im Internet werden wir jedoch noch lange vor allem mit der alten Bezeichnung Corydoras paleatus konfrontiert sein.  Für Züchter ändert sich natürlich nichts – es handelt sich weiterhin um denselben Schnabelwels.

Warum sollte man sich einen Schnabelwels zulegen?

Der Schnabelwels bietet eine Kombination von Eigenschaften, die ihn zu einem Klassiker der Süßwasseraquaristik gemacht haben.

Er ist friedlich, aktiv, gesellig und eignet sich gut für eine Reihe von gängigen Gesellschaftsaquarien. Bei der Futtersuche erkundet er ständig den Boden, sodass er auch sehr interessant zu beobachten ist.

Wenn Sie ihm einen feinen Boden, sauberes Wasser, ausreichend Platz und abwechslungsreiche Nahrung bieten, kann er ein langfristig attraktiver Bewohner des Aquariums sein.

185
Jiří Svoboda
Kutná Hora
Inspiration teilen